* Kinderarbeit

Warum eine Gewerkschaftsstiftung?
Kinderarbeit – ein Jahrhundertproblem

GEW-Mitglieder haben schon immer über das gewerkschaftliche Kerngeschäft, über den bildungs- und gewerkschaftspolitischen Tellerrand hinausgeblickt und sich in sozialen Bewegungen engagiert; z. B. in der Friedensbewegung, in der Umweltbewegung, in internationalen Solidaritätsbewegungen wie für Nicaragua oder Kolumbien.

Auf internationaler Ebene wird über Kinderarbeit seit fast einem Jahrhundert geredet. Doch alle internationalen Anläufe haben nicht zu einem wirklichen Durchbruch geführt: angefangen mit dem Völkerbund in den 20er des vergangenen Jahrhunderts, über das ILO-Übereinkommen 138 von 1973 (Verbot der Kinderarbeit unter 13 Jahren) und die UN-Kinderrechtskonvention 1979 bis zum ILO-Übereinkommen 182 von 1999 (Verbot der schlimmsten Formen von Kinderarbeit).
Dennoch gibt es vieler Orten größere und kleinere Fortschritte. Sie sind in der Regel nationalen und internationalen Hilfsorganisationen sowie sozialen Bewegungen vor Ort zu verdanken.
Was fehlt, ist ein systematisches und konzertiertes Engagement der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Doch hier gibt es neue Akzente. Der 2. Kongress des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB) hat im Juni 2010 in Vancouver einen richtungweisenden Beschluss gegen Kinderarbeit gefasst. U. a. heißt es dort:

„Der Kongress verurteilt die unerträgliche Tatsache, dass mehr als 200 Millionen Kinder zur Arbeit und nicht zur Schule gehen und bekräftigt die Verpflichtung des IGB zu der historischen Aufgabe der Gewerkschaftsbewegung, die Ausbeutung von Kindern zu beenden und eine qualitativ hochwertige, kostenlose Bildung für alle zu ermöglichen. Er unterstreicht, dass Kinderarbeit der körperlichen und seelischen Entwicklung von Kindern akuten Schaden zufügt und den Kreislauf der Armut, Not und Unterentwicklung der Gesellschaften, in denen sie auftritt, fortsetzt.”

GEW-Mitglieder fühlen sich insbesondere für Kinder und Bildung verantwortlich – auch im internationalen Kontext. Das ist das Kernmotiv für das Engagement der GEW gegen Kinderarbeit und die Gründung der Stiftung fair childhood.
Die Stiftung ist über die 260.000 GEW-Mitglieder verlinkt mit mehr als 100.000 Bildungseinrichtungen mit insgesamt 1,5 Millionen Pädagoginnen und Pädagogen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie 14 Millionen Schülern und Studierenden. Durch das Netzwerk des DGB hat die GEW Kontakt zu sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Sie sind das Fundament, das die GEW-Stiftung fair childhood in den Kampf gegen Kinderarbeit einbringen kann.

Wie wichtig es ist, dass die Gewerkschaften dabei sind, zeigt sich überall dort, wo dies bereits der Fall, wo Gewerkschaften und Hilfsorganisationen in sozialen Bewegungen zusammenarbeiten.
Dort wurden nicht nur Kinder aus dem Arbeitsprozess befreit und in Schulen gebracht. Dort wurden auch wieder Arbeitsplätze für Erwachsene mit deutlich besseren Löhnen geschaffen.
Exakt dieses Netzwerk schafft die Voraussetzungen für Nachhaltigkeit.


Mehr Informationen:

"Vom Landarbeiter bis zur Dienstbotin"
   • "ILO-Definition von Kinderarbeit"
   • "Wo Kinder arbeiten"

"220 Millionen Jungen und Mädchen arbeiten"
   • "Welttag gegen Kinderarbeit"

"Steinbrüche, Teppichwerkstätten, Müllhalden ..."

"Rackern für die Kaffeebohne"

"Arbeit vor Schule"

"Bitterer Beigeschmack"

"Vom Krieg gezeichnet"


* Aktuelles* Vorstand* Satzung* Treuhänder* Spenden* FAQ* Kontakt* GEW* Impressum